Von Andreas Plecko
Die Zeiten ändern sich, die Menschen nicht. Sie wollen Gewissheit auch in Dingen, die sich der unmittelbaren Wahrnehmung und der direkten Kenntnis entziehen. Bei den alten Römern gab es Auguren, die aus dem Flug und dem Geschrei der Vögel den Willen der Götter ergründen wollten. Die Deuter hatten es in der Hand, ob ein Feldzug abgeblasen, eine Wahl verschoben oder eine Versammlung ausgesetzt wurde.
Im Mittelalter zogen die Menschen Seher wie Nostradamus zu Rate, um in die Zukunft zu blicken. Und zur Zeit der Sowjetunion versuchten die Kremologen, aus der Aufstellung der Politiker auf dem Lenin-Mausoleum anlässlich der Parade zum 1. Mai auf die Machtverhältnisse im Kreml zu schließen.
Ganz ähnlich muten die Bemühungen vieler selbstberufener Experten an, wenn sie die Konstellationen und Auseinandersetzungen im obersten Zirkel der Europäischen Zentralbank analysieren. So werden die Notenbanker etwa in “Tauben” und “Falken” eingeteilt, was stark an das Auspicium, die Vogelschau, der römischen Kultbeamten erinnert.
Die neuesten Erkenntnisse der EZB-Auguren drehen sich um die Auseinandersetzung von EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Nachdem sich die beiden Währungshüter wegen der ausufernden Geldschwemme der EZB in die Haare gekriegt hatten, sehen geldpolitische Experten derzeit wieder eine Annäherung zwischen den Kontrahenten.

- dapd
- Manchmal reicht schon eine Pickelhaube, um Sorgen zu zerstreuen. Ob die Kopfbedeckung wirklich Einfluss auf das Handeln hat, muss sich dann noch zeigen.
Um die Zeichen zu deuten, braucht es weniger ökonomische Expertise, sondern ein Gemisch von Kenntnissen aus Geschichte und Rhetorik sowie ein gesundes Maß an psychologischer Spekulationsfreude. Draghi bekannte sich in einem Bild-Interview zu den preußischen Tugenden: “Das Preußische ist ein gutes Symbol für den wichtigsten Auftrag der EZB: Preisstabilität zu wahren und die europäischen Sparer zu beschützen.” Vor einem Jahr wurde Draghi von der Bild-Zeitung sogar eine preußische Pickelhaube von 1871 aufgesetzt; die Kopfbedeckung bekam er nun von der Zeitung geschenkt.
Auch die Bezeichnung “Dicke Bertha” für den Billionenkredit wird von den Auguren inzwischen als ein verklausuliertes Friedensangebot Draghis an seinen deutschen Kollegen gelesen. Denn viele Börsianer hatten zuvor von der EZB gefordert, wie die Federal Reserve endlich die geldpolitische “Bazooka” einzusetzen, um die Schuldenkrise auf amerikanische Weise zu lösen.
Weil Draghi auf diese Sprachregelung nicht einging und stattdessen seiner „merkwürdigen Neigung zu deutschen Militaria” freien Lauf ließ, vermuten die Auguren, dass der Italiener seinen Kurs zu korrigieren bereit ist und stärker den Bedenken Weidmanns Gehör schenken will. Oh Zeichen, oh Wunder.

Relativ zu den ansonsten fcblichen Staatsausgaben wird das Erstellen eines neuen Designs (das shlceriich auch auf den bereits bestehenden Maschinen gedruckt werden kann) kaum erwe4hnenswert sein. (Vergleiche dazu auch die neuen Sonderpre4gungen der 2-Euro-Mfcnze, die wesentlich aufwe4ndiger sein dfcrften.)Soweit ich weidf werden auch (besche4digte) Mfcnzen aus dem Verkehr gezogen. Wenn auch nicht so he4ufig wie Scheine, rein materialbedingt. Abgesehen davon ist ein beachtlicher Teil des Mfcnzgeldes aber ohnehin nicht im Umlauf , sondern liegt als Wechselgeld bei den Banken und kann damit bei Bedarf auch kurzfristig ohne viel zuse4tzlichem Aufwand eingezogen werden. Wichtiger und teurer ist da natfcrlich die sichere Entsorgung der fcberschfcssigen Mfcnzen.