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Die Blase in Down Under

Von Richard Barley
Reuters

Es liest sich wie die Einleitung zu einem schlechten Witz, den uns ein Finanzfreak erzählt: „Wie würdest Du eine Kreditblase nennen, die sich auf einem Bullenmarkt für Rohstoffe gründet, welcher selbst das Produkt einer noch viel größeren China-Kreditblase ist?“ Die Frage stellt Dylan Grice, Stratege bei Société Générale in seiner jüngsten Research Note. Deren Auflösung ist leider nur vordergründig lustig: „Kreditfinanziertes Fremdkapital? Ein CDO im Quadrat? Nein, die richtige Antwort lautet: Es ist Australien.“

Und dann erklärt uns Stratege Grice, dass in Australien fünf der 15 teuersten Städte der Welt liegen (Sydney, Melbourne, Adelaide, Brisbane und Perth), dass die Verschuldung der privaten Haushalte in Down Under verglichen zum Einkommen von 40 Prozent in den 1990er Jahren auf jetzt 150 Prozent gestiegen ist. Mehr noch: Australien verzeichne Handelsbilanzdefizite, obwohl sich das Austauschverhältnis zwischen exportierten und importierten Gütern angesichts des boomenden Rohstoffmarktes deutlich verbessert habe.

Sollte die chinesische Nachfrage nach Rohstoffen zurückgehen, schlussfolgert Grice, könnte es für Australien richtig bitter werden. Das Schlimmste aber ist seiner Meinung nach die Überheblichkeit, die sich langsam auf dem fünften Kontinent einschleicht: So behaupte der australische Journalist und Autor George Megalogenis in seinen neuesten Buch allen Ernstes, es gebe ökonomisch gesehen „ein australisches Wunder“. Das, so schreibt Grice, mache ihm angesichts der Zahlen am meisten Sorgen.

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