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Zetsches Aufräumarbeiten gehen weiter

Von vorweihnachtlicher Ruhe spürt Daimler-Chef Dieter Zetsche momentan eher nichts. Vor ein paar Wochen nahm er sich vor, alsbald die Pkw-Tochter Mercedes-Benz auf Rendite zu trimmen, gestern installierte er einen China-Vorstand, der die Probleme im Reich der Mitte lösen soll und heute ging er die nächste Baustelle an: Das zuletzt eher erfolglose Motorsport-Engagement der Schwaben.

dapd
Nicht mehr gut für Zetsche: Norbert Haug (rechts) muss als Daimler-Motorsportchef gehen.

Für Norbert Haug wird das 22. Jahr als Motorsport-Leiter bei Mercedes-Benz das letzte sein. Zum Jahresende werde man sich “in gegenseitigem Einvernehmen” trennen, ließ das Unternehmen verlauten.

“Norbert Haug war über 20 Jahre lang das Gesicht des Motosport-Engagements von Mercedes-Benz”, sagte Zetsche, und lobte ihn. Haug habe eine ganze Ära geprägt. “Im Namen des Vorstandes und unserer gesamten Motosport-Familie danke ich Norbert für sein besonderes Engagement für die Marke mit dem Stern”.

In der Tat war Haug viele Jahre lang sehr erfolgreich: Unter seiner Ägide gewann Mercedes-Benz mit seinen Partnern insgesamt sechs Weltmeister-Titel in der Formel 1 und schaffte 87 Siege in der Motorsport-Königsklasse. In der DTM holten Mercedes-Teams in dieser Zeit sogar insgesamt 32 Titel. Und in insgesamt fast 1.000 Rennen verschiedenster Rennserien standen Haugs Mannen in nahezu der Hälfte aller Fälle ganz oben auf dem Podium.

Zuletzt aber war Sand im Getriebe: In der abgelaufenen Saison schaffte der Mercedes-Rennstall nur einen Sieg. Heraus sprang am Ende ein enttäuschender fünfter Platz in der Konstrukteurswertung, abgehängt von den Top drei. Nico Rosberg wurde in der Fahrerwertung nur Neunter, für Rekordweltmeister Michael Schumacher reichte es sogar nur zum 13. Rang. Nach dem insgesamt eher durchwachsenen Comeback im Mercedes-Boliden beendete Schumi seine Karriere inzwischen endgültig.

Dass es nicht richtig rund lief, weiß auch Haug: “Leider konnten wir seit der Gründung unseres eigenen F1-Werksteam seit 2010 unsere eigenen Erwartungen (…) nicht erfüllen”, gestand der 60-Jährige ein, nachdem er sich brav für das Vertrauen “der besten Automobilmarke der Welt” bedankt hatte. Die Weichen seien aber auf Erfolg gestellt.

Doch offenbar reicht das Zetsche dieser Tage nicht. Ganz gemäß dem Daimler-Leitspruch: “Das Beste oder nichts”.

 

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