Von Archibald Preuschat

- dapd
- Schmecken eh alle gleich – sagt der Kartellamtspräsident Andreas Mundt über die Aquavitsorten.
Ratos, der schwedische Macher von Linie Aquavit, trägt einen zweifelhaften Sieg davon. Die Holding darf Aalborg Jubiläumsaquavit und Malteserkreuz von Pernod Ricard übernehmen. So hat es das Bundeskartellamt entschieden.
So, weit so gut für die Holding. Die Begründung des Bundeskartellamtspräsidenten Andreas Mundt sollte die Schweden trotzdem schmerzen. „Auch wenn mit dem Zusammenschluss die bedeutendsten Aquavitmarken in Deutschland zusammengeführt werden, haben wir keine Marktbeherrschung feststellen können. Vielleicht wird das nicht jeder einzelne Kunde bestätigen, aber in wettbewerblicher Hinsicht besteht eine Austauschbarkeit von Aquavit zu verschiedenen anderen Spirituosen,“ sagt dieser in einer Pressemitteilung.
Nun lassen die Schweden ihren Linie Aquavit traditionsgemäß einmal um die Welt schippern, bevor er im Supermarkt landet – daher hat er angeblich seinen charakteristischen Geschmack. Die Malteser dagegen lassen ihre Sorte ganz profan im dänischen Aalberg produzieren (bis vor einem Jahr war es, noch viel profaner, in Buxtehude).
Warum sollten die Schweden sich die Mühe machen, wenn das Bundeskartellamt zu dem ernüchternden Schluss kommt, dass „Aquavit und Kümmelschnäpse sowohl aus Sicht der Verbraucher als auch aus Sicht des nachfragestarken Einzelhandels als austauschbar angesehen werden?“ Schlimmer noch: „Auch weitere Spirituosen (insbesondere aus den Bereichen Digestifs und klare Spirituosen) stehen in einem Wettbewerbsverhältnis mit Aquavit,“ sagt das Amt.
Kartellrecht ist Kartellrecht, aber Schnaps ist offenbar auch nur Schnaps. Zum Wohl!
