Von Archibald Preuschat
Kaum ein Politik-Thema wird so intensiv diskutiert wie die Energiewende. Ab Neujahr müssen die Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen, um den Ausbau erneuerbaren Energien, wie Wind- und Solarenergie zu finanzieren. Doch noch ist völlig unklar, wie der Windstrom vor den Küsten des Landes produziert, dorthin kommt, wo er am meisten gebraucht wird, in die bevölkerungsreichen Gegenden in der Mitte des Landes.
Keine Frage, das Netz der Stromautobahnen wächst langsam. Das liegt daran, dass Planung und Genehmigung kompliziert und langwierig ist, aber auch daran, dass jeder Deutsche den Strom aus der Steckdose, nicht aber die Hochspannungsleitung über seinem Haus haben will. In einem Beitrag eines öffentlich-rechtlichen Senders ereiferte sich eine Mutter gar, dass ihrer Tochter das Gesicht vibrieren würde, wenn sie auf dem Spielplatz unter einer Hochspannungsleitung schaukelt.
- dapd
- Störche haben ihr Nest auf einem Strommast gebaut. Die Eon Hanse versucht sich aktuell am vogelfreundlichen Netzausbau.
Damit sich mit den Tierschützern nicht noch eine neue Front auftut, geht die Schleswig-Holstein Netz AG, die Kommunen des nördlichsten deutschen Bundeslandes und der Eon Hanse gehört, mit gutem Beispiel voran: „Gemeinsam mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein hatte die Schleswig-Holstein Netz AG ihr Mittelspannungs-Stromnetz auf Bereiche untersucht, die für Vögel potenziell gefährlich sein könnten. 173 dieser sensiblen Bereiche wurden identifiziert und in einer Maßnahmenliste festgehalten,“ heißt es in einer Pressemitteilung.
Doch damit nicht genug, gehandelt wurde auch: In 141 von 173 Bereichen wurden Mittelspannungs-Freileitungen abgebaut. An 32 Bereichen wurden Vogelschutzmaßnahmen wie Büschelabweiser, Vogelsitzstangen oder Vogelschutzhauben montiert. „Mit diesen Vorrichtungen ist gewährleistet, dass die Tiere auf den Leitungen und Masten sicher landen und abfliegen können, ohne mit den leitenden Betriebsmitteln in Berührung zu kommen“, teilt Birgit Aufderheide, Vogelschutzbeauftragte der Eon Hanse Gruppe, stolz mit.
Ob die getroffenen Maßnahmen aber auch die Bedenken von Menschen zerstreuen, den Ausbau der Stromautobahnen beschleunigen und somit die Energiewende zum Erfolg bringen, ist freilich noch unklar.


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