Von Jörgen Camrath

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Vor vier Jahren machte eine Nachricht die Runde, dass in London die erste „Safe-Text“-Straße der Welt entstanden sei. Die britische Zeitung Daily Mail berichtete damals, dass Laternen und andere Stolpersteine in der Brick Lane mit hellen, weichen Matratzen gepolstert wurden. Damit sollte Verletzungen vorgebeugt werden, die entstehen können, wenn Handy-Besitzer beim Blick auf ihre Telefone nicht auf die Umgebung achten. Von kleinen Schrammen bis hin zu gebrochenen Nasenbeinen und Schädelfrakturen – bis zu 68.000 so genannte „Walk’n-Text“-Verletzungen soll es alleine in London 2007 gegeben haben. Gesponsort wurde die Aktion übrigens – wie passend – von einem Telefonanbieter.
Vier Jahre später sind es jedoch nicht mehr nur die SMS, die uns beim Gang durch die Stadt ablenken können. Auf unseren Smartphones empfangen wir E-Mails, wir lesen Nachrichten und lassen uns dank eingebautem GPS zu einer bestimmten Adresse leiten. Twitter und Facebook fordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Was um uns herum passiert, wird ignoriert.

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Im Internet macht seit ein paar Tagen ein Bilderblog die Runde, der sich diesem Phänomen widmet. Unter dem Titel „We never look up“ hat sich ein finnischer Forscher, der in Helsinki lebt, dem Thema angenommen. Zahlreiche Bilder hat er zusammengetragen, die Menschen dabei zeigen, wie sie auf ihre Smartphones starren. Fotografiert hat er die Personen, die seltsam abwesend wirken, alle selbst. „Die Welt ist mobil geworden. Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir ständig und überall Zugriff auf Informationen haben. Das hat uns verändert. Wir benehmen uns heute anders“, schreibt der anonyme Autor auf seiner Seite.
Der US-Technologieseite Mashable erzählte er, dass er die Personen auf den Bildern nicht beurteilen wolle. Er dokumentiere bloß. „Die Menschen können tun, was sie wollen, solange sie nicht zur Gefahr für andere werden. Ich möchte dieses Verhalten bloß anschaulich machen. Und ich denke, das ist mir gelungen“, sagte er.
Stimmt.

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Soo, neu ist das aber nun wirklich nicht. Früher hätten die Leute im Wartebereich oder im Zug halt auf einen Zeitung/Zeitschrift runtergeblickt.