Von Kirsten Bienk
Er kann es nicht lassen! Ryanairs Chefpilot Michael O´Leary riskiert wieder einmal eine dicke Lippe. Der nie um freche Worte verlegene Ire nimmt ausnahmsweise aber nicht seine Wettbewerber aufs Korn, sondern rügt deutsche Politiker für ihre erfolglose Suche nach einem neuen Flughafenboss.

- dapd
Schnell wechselt der findige Geschäftsmann in die Personalberaterbranche und zaubert vier vielversprechende Kandidaten aus dem Hut. O´Leary empfiehlt neben dem skandalumwitterten italienischen Unternehmer Silvio Berlusconi noch David Hasselhoff, Arnold Schwarzenegger und James Bond als Nachfolger für den glücklosen Flughafenchef Rainer Schwarz.
Silvio Berlusconi habe hervorragende Referenzen, beschreibt der Ire die Vorzüge seines Lieblingskandidaten: Schließlich habe der Lebemann bereits viele private Events erfolgreich umgesetzt und sei so aus manch misslicher Lage als strahlender Gewinner herausgegangen.
Will der Italiener allerdings doch lieber Ministerpräsident in seinem Heimatland werden, schickt Ryanair den amerikanischen Sänger und Schauspieler David Hasselhoff ins Rennen. Der könnte nicht nur in Not geratene Badenixen, sondern auch Problemflughäfen retten und sich dabei jederzeit der Unterstützung seines mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Sportwagens KITT sicher sein.
Findet Hasselhoff nicht die Gnade der Deutschen, wartet O`Leary mit einem noch größeren US-Amerikaner auf. Mr. Universum und Terminator Arnold Schwarzenegger habe bereits viele Welten gerettet und könnte den Berliner Flughafen bestimmt in Expresszeit fertigstellen.
Tun sich die Berliner mit künftigen “Yes, we can!”-Morgenmeetings auf den Vorfeldern des Willy-Brandt-Airports aber schwer, zieht Ryanair das vierte Ass aus dem Ärmel und bietet die Hilfe des britischen Geheimdienstes an. Deren bester Mann James Bond löse mit seiner ganz speziellen Auslegung der feinen englischen Art das Flughafenproblem schnell, verspricht O´Leary. Außenstehende Betrachter dürften sich aber über eine leicht gewaltsame Umgestaltung der bereits stehenden Gebäude nicht wundern.
Zum Schluss der Personalvorstellung findet das Enfant Terrible der Luftfahrtbranche noch sehr versöhnliche Worte. O`Leary zeigte sich sicher, dass Deutschland seinen Skandalflughafen noch in diesem Jahrhundert eröffnet.

Berlusconis Talente werden in Italien bei der kommenden Wahl benötigt.
So wäre er vielleicht der einzige und damit wahre Held der Nation, welcher das Land aus dem verhängnisvollen Euro führen könnte, um es sicher gesunden zu lassen.
Beim Flughafenprojekt der Sozialisten aus Berlin und Brandenburg sollten wir uns angesichts der aktuellen Probleme auf einen Zeitrahmen für die Fertigstellung einigen:
dieses Jahrtausend sollte es – vielleicht – möglich sein.