Von Hendrik Varnholt
Frank Asbeck hat ein Gespür für den großen Auftritt. Der Solarworld-Gründer hat einst dem Papst eine Solaranlage geschenkt. Er bot auch schon an, Opel zu retten. Die jüngsten Nachrichten um den 52-Jährigen aber sind selbst für einen Asbeck skurril. Am Donnerstag erst warnte er die Geldgeber seines Unternehmens vor “Einschnitten” – auf Deutsch: vor Verlusten. Am Wochenende berichtete die rheinländische Lokalpresse, Asbeck habe sich ein Schloss gegönnt. Sein zweites.
Von Schloss Marienfels aus muss der Blick gigantisch sein. Einige Meter unterhalb fließt der Rhein. Ringsum ist Wald und Weite. Das Anwesen soll 800 Quadratmeter groß sein, aufgeteilt in 18 Zimmer. Bis vor kurzem noch hat das Schloss in Remagen Thomas Gottschalk gehört. Er aber wünschte sich Veränderung – auch räumlich.

- dapd
- Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG, liebt den großen Auftritt.
Auch Günther Jauch soll sich vor Jahren für das Schloss am Rhein interessiert haben. Gottschalk und Jauch hätten das Anwesen gar gemeinsam besichtigt, zitierten Medien im vergangenen Jahr den damaligen Schlossherrn Gottschalk. Jauch aber habe sich an der schattigen Lage gestört: “Da hast Du keine Sonne.”
Das Schattenschloss also gehört nun dem Sonnenkönig Asbeck. Wie mehrere Zeitungen den Unternehmer zitieren, soll das Anwesen zum Standort von Asbecks gemeinnütziger Stiftung werden. Medien behaupten auch, Asbeck wolle im angrenzenden Waldgebiet jagen gehen. Das wäre nicht überraschend: Der Solarworld-Chef mag die Jagd.
Er mag auch den Luxus: Asbeck ist Maserati-Fahrer. Auch Schlossbesitzer ist der Solar-Industrielle längst: Ihm gehört das Schloss Calmuth in der Nachbarschaft von Schloss Marienfels.
Was Marienfels den nun doppelten Schlossherrn gekostet hat, ist unklar. Asbeck war für das Wall Street Journal Deutschland nicht zu erreichen. Doch auf die eine oder andere Million dürfte es Asbeck nicht ankommen: Er hat erst in der vergangenen Woche rechnerisch rund 15 Millionen Euro verloren. Der Kurs der Solarworld-Aktie nämlich brach um 30 Prozent ein, nachdem der Solarhersteller vor Schwierigkeiten mit der Rückzahlung von Anleihen gewarnt hatte. Solarworld macht vor allem die günstige Konkurrenz aus China zu schaffen.
Die Anlegeranwälte bringen sich längst in Stellung. Zum Beispiel die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Sie rät den Anleihegläubigern, sich zusammenzuschließen: Es sei “zu befürchten, dass nicht die Aktionäre, sondern die Anleiheinhaber “die Hauptlast der Sanierung tragen sollen”. Asbeck hält 27,84 Prozent der Solarworld-Aktien.
