Von Archibald Preuschat
Ob wir denn einmal in den Himmel kommen, müssen wir abwarten. Aber unseres letzten Willen können wir schon mal in der Wolke, nämlich der Cloud, ablegen: Das ist sicher, behauptet zumindest die Firma MyOwnSafe aus dem irdischen Filderstadt-Bonlanden.

- dapd
Für Hinterbliebene ist es in einer solchen emotionalen Ausnahmesituation entscheidend, möglichst umfassend informiert zu sein. „Der schnelle Zugriff auf die persönlichen Wünsche und Dokumente des Verstorbenen ist hier sehr wichtig,“ sagt Geschäftsführer Dr. Norbert Jaeger. Hinterbliebene können somit sofort die im Vorfeld festgelegten Maßnahmen, zum Beispiel die Bestattungsart, einsehen und umsetzen, heißt es in der Pressemitteilung.
Das macht ja irgendwie Sinn. Doch warum das System schneller sein soll, als einfach das Testament des Hinterbliebenen zu suchen, lässt MyOwnSafe offen.
Im Gegenteil, das Geschäftsmodell wirft Fragen auf: „Niemand außer dem Nutzer selbst ist somit imstande, diese Daten zu entschlüsseln, auch beim Vorgang des Abrufens,“ heißt es in der Mitteilung weiter. Unklar bleibt, wie die Daten aus der Cloud nach dem Ableben abgerufen werden können. Soll der Entschlüsselungscode aus dem Jenseits gesendet werden?
Letztlich weiß niemand, und das ist gut so, wann ihm die Stunde schlägt. Das aber spielt der Firma von Geschäftsführer Norbert Jaeger geradezu in die Hände. Die kostenlose Testphase der Basisversion von MyOwnSafe ist auf 30 Tage begrenzt.
