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Dr. Draghi und die Angst der Woche

Reuters
EZB-Präsident Mario Draghi.

Mario Draghi ist ein furchtloser Mann, der sich mit Pickelhaube und Dicker Bertha bewehrt in die Schlacht gegen die Märkte stützt und seinen Euro beschützt. Umgeben sind er und seine Notenbankertruppe aber von Hasenfüßen, Schwarzsehern und Hysterikern. Wie der EZB-Präsident auf seiner monatlichen Pressekonferenz verkündete, gibt es in seinem Haus dafür die schöne Rubrik „Angst of the week“:

In der einen Woche haben die Betroffenen der Geldpolitik Angst, dass die EZB die Märkte zu stark flutet und ganze Staatshaushalte finanziert. Danach werden sie nervös, weil sie nicht sicher sind, ob Italien noch Euro-Mitglied bleiben kann. Die Deutschen haben sowieso eine obsessive Furcht vor Inflation – da spielt es keine Rolle, dass der Preisdruck derzeit fällt und fällt. Schon wird über eine mögliche Deflation lamentiert. Die jüngste Angst der Woche dreht sich um das von interessierter Seite gestreute Gerücht, dass die EZB die Troika verlässt.

Ob er es will oder nicht, der tapfere Draghi muss auch Rücksicht auf die zarten Seelen in der Eurozone nehmen. Er ist nicht nur Beschützer, sondern auch Psychologe des Euro. In den alten Zeiten waren Worte und Zauber ein und dasselbe (Freud). An den Finanzmärkten besitzt das Wort bis heute eine starke magische Kraft. Es kann den Hasenfüßen ihre Furcht nehmen. Das ist der eigentliche Kernaufrag der EZB. Oder mit dem bekannten Fernsehpsychologen Dr. House gesprochen: „Ein Affe verliert erst die Angst vor den roten Beeren, wenn er sieht, dass sie auch ein anderer isst. Äffchen sieht’s und macht’s nach. So einfach ist das.“ Statt Pickelhauben sollte man Dr. Draghi eine Couch schenken.

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Kommentare (1 aus 1)

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    • Zypern tragt 0,2% zum EU-BIP bei. Auf der Insel hat sich ein Bankensektor angesiedelt, der sich insbesondere mit GR-Schuldtiteln verspekuliert hat und nun staatliche Kompensation für seine Fehlinvestments einfordert.
      Vorbild für dieses un-marktwirtschaftliche Kompensationsverlangen ist Irland. Dort wurden die Lasten des schiefliegenden Bankensektors ebenfalls auf die Bürger abgewälzt. Die resultierende Vervierfachung der Staatsverschuldung sprengte die Staatskasse. Danach wurde der ( ursprünglich privatwirtschaftliche Schaden) “europäisiert”… 85 Mrd. Eurorettung wanderten zum” Musterschüler Irland”.
      Die nach dem Irland-Vorbild eingefädelte Zypern-Rettung ist doppelt bizarr, weil Zypern als Vermarkter von Verschleierungsstrukturen für Betrug und Steuerschiebung bekannt ist.
      Um dies vergessen zu machen, schüren EZB-Akteure wie Jörg Asmussen die Angst vor dem Niedergang des Wirtschaftszwerges Zypern.
      Die eigens geschürte Untergangsangst dient der Generierung von EU-Schutzgeldern.
      Hintergrund ist, dass die EZB es tatenlos geduldet hat, dass Zyperns Zentralbank das ELA-Programm der EZB förmlich plünderte und 9,4 Mrd. Euro kurzerhand an schiefliegende zyprische Banken verteilte.
      Ein Zahlungsfall der zyprischen Zentralbank ist damit vorprogrammiert – ebenso das Durchschlagen zu Lasten der EZB.
      Ausweg für die EZB: Eingeschüchterte EU-Staaten springen für Zypern ein …
      “Eurorettung” ist ein Schutzgeldmechanismus, der auf Einschüchterung und Angst gründet.
      Führend dabei: Die Staatsfinanzierer von der EZB

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