
Endlich Nägel mit Köpfen, so scheint es: Die Linke lässt den Euro-Ausstieg durchrechnen. Bei näherer Betrachtung ist das aber unmöglich.

Die neu gegründete Partei Alternative für Deutschland zeichnet ein Bild vom nahtlosen Übergang zurück zur D-Mark. Doch dieser Schritt könnte schnell eine tiefe Krise verursachen – auch im abtrünnigen Deutschland.

In Brüssel diskutierten die Finanzminister über die Zukunft Zyperns. Währenddessen befanden sich ihre Kollegen auf der Heimfahrt von einem äußerst angenehmen Ausflug nach Nordfinnland. Dort haben sie einen Wettbewerb um die besten Metaphern erfunden.

Neues Geld für Europa – für viele würde damit vielleicht ein Traum wahr. Tatsächlich wird aber die Gemeinschaftswährung mit neuen Fünf-Euro-Scheinen nur sicherer und haltbarer gemacht.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat im Rat der Europäischen Zentralbank keine Mehrheit für seine Ablehnung neuer Staatsanleihekäufe durch die Zentralbank oder gelockerte Regeln für die Geldschöpfung. Aber er hat die öffentliche Meinung in Deutschland hinter sich. Und auf diese Karte setzt er immer stärker.

Wenn man Bankenchefs dieser Tage zuhört, fällt eine gewisse Verzweiflung auf. Die Angst vor einem Zusammenbruch von Euro und europäischer Gemeinschaft treibt sie um. „Wir müssen bereit sein, für Europa Geld in die Hand zu nehmen“, fordert etwa Hypo-Vereinsbank-Chef Theodor Weimer. Doch wer sind „wir“ eigentlich? Sicher nicht die Banken selbst. Gemeint sind die Staaten und die Bürger. Es ist nicht verwunderlich, dass deren Zorn wächst.
Schon so manche Ära ist nach 13 Jahren zu Ende gegangen, die Weimarer Republik etwa. Und auch Ehen halten in Deutschland im Durchschnitt rund 13 Jahre. Nun befindet sich der Euro im 13. Jahr – und auch um die Gemeinschaftswährung muss man sich ernsthaft Sorgen machen.

Die politische Landschaft in Deutschland weist einen großen Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern auf – es fehlt eine dezidiert antieuropäische Partei. Die öffentliche Meinung im Fall Griechenland, die mehrheitlich für einen Austritt des Landes aus dem Euro ist, wird nicht relevant werden. Die Chance auf ein Referendum gibt es nicht. Kann die deutsche Bundeskanzlerin also frei schalten und walten?
Die Eurozone steuert auf eine Doppelrezession zu, aber Deutschland geht’s gut. Jedenfalls relativ. Schöner wäre es natürlich, wenn die anderen Euroländer auch florieren würden. Doch die tun sich mit eher mit Forderungen hervor, die Deutschland das gute Leben doch erschweren.
Zu sagen, dass ein Land raus muss aus dem Euro, ist ziemlich leicht. Ein Land wirklich rauszuschmeißen ist aber alles andere als einfach. Die Währungsunion ist gebaut wie ein Kartenhaus – zieht man eine Karte nachträglich heraus, stürzt das ganze Gebilde zusammen.
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