
Der leicht ironische Begriff “Rettungsroutine” ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum Wort des Jahres 2012 gekürt worden. Die Auswahl der Wörter macht durchaus Sinn: Nach dem Stress kommt die Routine. Und nach der Routine kommt die Langeweile.

Die letzte große Staatspleite gab es vor zehn Jahren in Argentinien. Oftmals wird in der aktuellen Debatte das südamerikanische Land mit Griechenland verglichen. Trotz Parallellen war die Situation in Argentinien damals um ein vielfaches dramatischer. Argentinien zeigt: Es gibt ein Leben nach der Staatspleite. Aber wie sieht das aus?

Parawissenschaftler sprechen von einer “Duplizität der Ereignisse”, für nüchterne Menschen ist es ein Zufall mit Symbolkraft: Am Donnerstag musste Deutschland zwei Niederlagen gegen einen Super-Mario hinnehmen. Im Sport und in der Politik.

Der wahre Albtraum für Europas Politiker: Griechenland verlässt die Eurozone – und blüht wirtschaftlich auf. Was sollte andere Krisenländer wie Irland, Portugal und Spanien dann daran hindern, auch diesen Weg zu gehen?
Die Eurozone steuert auf eine Doppelrezession zu, aber Deutschland geht’s gut. Jedenfalls relativ. Schöner wäre es natürlich, wenn die anderen Euroländer auch florieren würden. Doch die tun sich mit eher mit Forderungen hervor, die Deutschland das gute Leben doch erschweren.

Seit die Verhandlungen zwischen Gläubigerbanken und der griechischen Regierung auf Eis liegen, geht die Angst an den Finanzmärkten wieder um. Griechenland muss im März für 14,5 Milliarden Euro Anleihen ablösen, sonst droht die Pleite. Fondsmanager Jochen Felsenheimer von Assenagon Credit Management, einer der renommiertesten Kreditanalysten Deutschlands, glaubt jedoch an eine fristgerechte Einigung. Ein Zahlungsausfall brächte niemandem einen Vorteil.
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