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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Facebook-Nutzer stimmen gegen die Demokratie

dapd
Facebook-Chef Mark Zuckeberg.

Nur 0,07 Prozent der Facebook-Mitglieder haben über die neuen Nutzungsbedingungen abgestimmt – eine deutlich Mehrheit der Wähler sprach sich gegen die neuen Bestimmungen aus. Wie bereits bei der Abstimmung im Sommer dieses Jahres wird Facebook das Ergebnis mit Verweis auf die geringe Teilnehmerzahl ignorieren. Wer abstimmen wollte, musste Fan der Facebook-Seite „Facebook Site Governence“ werden, von dessen Existenz nur die wenigsten Facebook-Mitglieder etwas wissen dürften. Von den rund eine Milliarde aktiven Mitgliedern sind gerade einmal 2,6 Millionen Fan.

Damit das Unternehmen die Abstimmung als bindend angesehen hätte, hätten mindestens 30 Prozent der Mitglieder abstimmen müssen – also mehr als 300 Millionen Nutzer. Von den 668.872 Wählern stimmten 88 Prozent gegen die von Facebook geplanten Änderungen der Nutzungsbedingungen. Dass es nicht noch mehr sind, liegt vermutlich vor allem daran, dass die meisten der Nutzer wieder einmal von der Abstimmungsmöglichkeit nichts erfahren haben.

Immerhin beteiligten sich diesmal aber mehr Nutzer als bei der Abstimmung im Sommer, als nur 180.000 Mitglieder abstimmten. Auch damals sprach sich eine überwältigende Mehrheit der Wähler gegen die neuen Facebook-Regeln aus, die das Unternehmen dann aber wegen der extrem geringen Wahlbeteiligung dennoch in Kraft setzte.

Die Kritik der Gegner damals: Facebook hat sich mit der Regeländerung vom Sommer weitgehende Rechte zur Nutzung von Inhalten wie Fotos, Links und Statusmeldungen einräumen lassen, die Nutzer auf der Plattform veröffentlichen. Datenschützer kritisieren darüber hinaus Änderungen bei personalisierter Werbung bei Facebook.

Bereits im November kündigte Facebook an, dass das 2009 eingeführte Demokratie-Experiment beendet sei. Künftig soll nicht mehr über Regeländerungen abgestimmt werden. Anstelle des alten Wahlsystems soll es nun verschiedene neue Möglichkeiten geben, wie Facebook-Mitglieder ihre Meinung kundtun können. Geplant ist unter anderem ein Forum, in dem Nutzer der verantwortlichen Managerin für Persönlichkeitsrechte, Erin Egan, direkte Fragen stellen können.

Außerdem sollen die Mitglieder künftig per E-Mail über Regeländerungen informiert werden und sich öffentliche äußern zu dürfen. Genau diese Information via E-Mail vermied Facebook bislang bei der Abstimmung über neue Nutzungsbestimmungen. Ansonsten hätte ja die Gefahr bestanden, dass sich wirklich einmal mehr als 30 Prozent der Mitglieder an der Abstimmung beteiligen.

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    Stephan DörnerStephan Dörner
    Jörgen CamrathJörgen Camrath