Von Florian Bamberg

- dapd
Eon war im vergangenen Jahr fast 50 Milliarden US-Dollar wert – und ist damit Deutschlands größter Stromkonzern. Die Düsseldorfer haben sechs Millionen Kunden. Bei Twitter sind sie von diesen Dimensionen weit entfernt: Der Account des Konzerns hat gerade 2.149 Follower.
Zum Vergleich: Der Konzern-Account von BMW kommt auf fast das 40-Fache. Der Marktführer bei Ökostrom, Lichtblick, hat ein Zehntel der Kunden von Eon, aber fast das Fünffache an Followern. Ebenso der findige Chef eines zehnköpfigen Malerbetriebs: Werner Deck kommt auf 12.232 Follower. Das ist mehr als das Dreifache derer, die den Konzern-Accounts der drei deutschen Stromriesen Eon, RWE und Vattenfall Europe folgen – spezifische Sub-Accounts wie etwa für E-Mobilität nicht eingerechnet.
Gerade Deutschlands große Stromkonzerne könnten von einer ausgegorenen Social-Media-Strategie profitieren: Sie haben viele Kunden und gleichzeitig einen zweifelhaften Ruf – gelten als raffgierige und verkrustete Unternehmen, die ständig unter zweifelhaften Vorwänden die Preise erhöhen. Und sie haben ein Interesse daran, das Meinungsklima zu beeinflussen – politische Entscheidungen machen sich mehr oder weniger direkt in den Bilanzen bemerkbar.
Aber von interessanten Inhalten ist trotzdem keine Spur. Vor allem langweilige Verlautbarungen bekommen die wenigen Eon-Follower vorgesetzt. Chef Johannes Teyssen nennt die Energiewende eine “riesige Chance”. Der Konzern wächst, positive Entwicklung, starkes Halbjahr. Und: “Wir sind nachhaltiger, als Sie vielleicht denken!” Man muss die Aussagen nur ins Gegenteil drehen, um zu erkennen, wie leer sie eigentlich sind.
Nummer Zwei der deutschen Versorger schlägt sich noch schlechter: So hat der Konzern-Account von RWE 1911 Follower. Folgt man der Firma, erfährt man etwa, dass sie an Soziale Projekte spendet, oder dass der Chef Peter Terium einer der 33 erfolgreichsten niederländischen Manager ist, die im Ausland arbeiten. Das schreit nicht unbedingt nach einem Retweet (und hat auch gerade zwei bekommen).
Vattenfalls Deutschland-Tochter – drittgrößter Versorger im Land – treibt das Unverständnis geradezu auf parodistische Höhen: Der Konzern hat sein Konto verschlüsselt, so dass nur die User folgen können, denen der Versorger es erlaubt. Am Ende könnte sich ja noch jemand informiert oder gar unterhalten fühlen.



[...] | Stand: 4.4.2013 [10] EINBETTEN VON TWEETS: Twitter sägt am Urheberrecht | Stand: 4.4.2013 [11] Wie Deutschlands Energieriesen bei Twitter versagen | Stand: 4.4.2013 [12] Corporate Twitter zum Ausdrucken & Abhaken | Stand: 4.4.2013 [13] Der [...]
[...] Wie Deutschlands Energieriesen bei Twitter versagen [...]
[...] WSJ Tech: Wie Deutschlands Energieriesen bei Twitter versagen - wsj.de [...]
[...] WSJ Tech: Wie Deutschlands Energieriesen bei Twitter versagen [...]
[...] Offenheit scheitert schon bei der Einrichtung und Pflege des Twitter-Accounts. Von WSJ-Techblogger Florian Bamberg eindrucksvoll am Beispiel der Energie-Riesen dargelegt: “So hat der Konzern-Account von RWE 1911 Follower. Folgt man der Firma, erfährt man etwa, [...]