Von Archibald Preuschat

- Getty Images
Es kann nur zwei geben? Irrtum! Neben den großen Smartphone-Betriebssystemen von Apple und Googles Android wird’s demnächst auch Mozillas Firefox geben. Die Überraschung des Sonntags, ein Tag vor der offiziellen Eröffnung des Mobile World Congress, der jährlich Ende Februar die Telekom-Szene in Barcelona vereint.
Alle sind da, außer Apple. Obwohl offiziell nicht präsent schickt der kalifornische Smartphone-Hersteller einige Hundert Mitarbeiter nach Barcelona. Mit einigem Glück trifft man dann doch einen auf dem MWC, wie die Veranstaltung abgekürzt heißt.
Aber zurück zu Mozilla: Die Überraschung ist weniger, dass in dem Markt, der von Apple und Google dominiert wird, und von dem sich Blackberry und Microsoft auch noch eine Scheibe abschneiden wollen, ein weiterer Spieler seinen Hut ins Rennen wirft. Die Überraschung ist die breite Unterstützung: Gleich 18 Mobilfunkunternehmen stützen das neue Betriebssystem, und in neun Ländern wird demnächst ein Smartphone mit Moziallas Firefox als Betriebssystem zu haben sein. Zu der Achse der Gutwilligen gehört auch die Deutsche Telekom: Zwischen der Kieler der Förde und dem Berchtesgadener Land werden Kunden vergeblich auf die Alternative zu Apple und Android warten – aber in Polen wird es zu haben sein, und dann später in anderen osteuropäischen Ländern, meldet die Telekom.
Die Analysten von Ovum senken zwar noch den Daumen und sagen dass ein niedrigere Preis keine Entschuldigung für ein schlechtes, störungsanfälliges System sein kann. Aber es ist trotzdem ein Zeichen, dass große Unternehmen wie die Deutsche Telekom sich nicht allein von Apple und Google den Takt vorgeben lassen wollen.
“Wir brauchen ein drittes und ein viertes Betriebssystem. Das ist wichtig für Innovationen ebenso wie für die Preisgestaltung”, sagte Telekom-Chef René Obermann dem Wall Street Journal in Barcelona. Der ehemals französische und jetzt in chinesischer Hand befindliche Anbieter Alcatel OneTouch wird übrigens die ersten Smartphones mit dem neuen Betriebssystem heraus bringen, das ebenfalls chinesische Unternehmen Huawei will Anbietern wie LG aus Korea erst den Vortritt lassen und dann folgen.
Huawei zeigt Flagge im Hochpreissegment
Am Sonntag galt es für Huawei Flagge im Hochpreissegment zu zeigen: das Ascend P2 wurde vorgestellt. Beim Datenfunk ist es schneller als jedes andere Handy - einschließlich des iPhone 5. Außerdem will es durch eine 13 Megapixel-Kamera und ein dünnes Design bei unveränderter Batterielaufzeit begeistern.
Schon das Ascend P1 hatte in Deutschland seine Fans, allerdings nur beim netzunabhängigen Anbieter Freenet. Wenn die Chinesen auch mit hochpreisigen Smartphones die Deutschen überzeugen wollen, dann müssen sie die Mobilfunkanbieter gewinnen, die das Gerät dann subventioniert oder per Ratenzahlung anbieten können.
Was war sonst noch? Samsung wird mit dem Galaxy Note 8 ein 8-Zoll-Tablet ermarkten, das gegen das iPad Mini von Apple antreten muss. Auch der PC- und Laptop-Hersteller HP will sich ein Stück vom Laptop-Kuchen sichern: Der US- Hersteller bringt ein 7-Zoll-Tablet auf den Markt.


