Von Alastair Gale

- Associated Press
- Koryolink-Miettelefonzelle in Pjöngjang.
Auf einen uneingeschränkten Internetzugang per Smartphone werden Nordkoreaner noch lange warten müssen. Doch ausländische Besucher könnten schon ab dieser Woche in den Genuss einer 3G-Internetverbindung kommen.
Gerade hat Nordkorea angekündigt, dass Ausländer ihr Mobiltelefon mit ins Land bringen und eine SIM-Karte von Koryolink mieten dürfen, ein Joint Venture zwischen Nordkorea und der ägyptischen Firma Orascom Telecom Media and Technology Holding.
Während Nordkoreaner also weiterhin (zumindest über das offizielle Netz) keine Verbindung zur Außenwelt herstellen können, können Touristen bald in Echtzeit bei Sozialen Netzwerken über Sehenswürdigkeiten berichten und Video-Chats mit Freunden auf einem anderen Kontinent führen. Zumindest für Ausländer dürfte sich Nordkorea bald nicht mehr wie ein schwarzes Loch für Informationen anfühlen.
Seitdem ist auch bekannt geworden, was der Zugang zum mobilen Internet kosten soll. Allein die Einrichtung eines USB-Modems soll 75 Euro kosten, einer SIM-Karte 150 Euro, damit die Geräte eine Verbindung zum Netz von Koryolink herstellen können, berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua basierend auf Informationen von einem Koryolink-Techniker.
Ein Datenkontingent von zwei Gigabyte (das kleinste verfügbare) soll zusätzlich 150 Euro kosten, zehn Gigabyte kosten 400 Euro. Die Rechnung würde insgesamt also mindestens 225 Euro betragen. In Südkorea kostet ein unbegrenztes Daten-Roaming-Paket pro Tag nur etwa drei Euro.
Xinhua berichtet außerdem, dass der Dienst vor allem auf Ausländer zugeschnitten sei, die für längere Zeit im Land bleiben. Womöglich werde es bald noch andere Preismodelle für Touristen geben, die nur für kurze Zeit in Nordkorea sind.
„Da die Anzahl der Ausländer, die in Nordkorea wohnen, gering ist, werden wir die koreanischen Sicherheitsbehörden bitten, weitere Dienste für kurzfristige Touristen anbieten zu dürfen“, soll der Techniker laut Xinhua gesagt haben.
Doch bis dahin werden Reisende, die im Internet über ihre Impressionen von Nordkorea berichten wollen, eine ordentliche Stange Geld bezahlen müssen.


