Von Archibald Preuschat

- dapd
- Christoph Vilanek
Angesichts der veränderten Handynutzung, die mit der massenhaften Verbreitung von Smartphones verbunden ist, hält der Chef des netzunabhängigen Mobilfunkunternehmens Freenet einen durchschnittlichen Monatsumsatz von 23 Euro pro Kunde in Deutschland für machbar. Freenet tritt am Markt mit der Marke Debitel Mobilcom auf.
„Ein solches Niveau ist in Deutschland realistisch und könnte auch für die nächsten Jahre nachhaltig sein, vorausgesetzt in der Branche kommt es nicht zu Preiskämpfen, wie sie derzeit in Österreich und Frankreich toben“, sagte Christoph Vilanek dem Wall Street Journal Deutschland.
Dass Kunden mehr Internet-basierte Dienste wie Skype oder WhatsApp nutzen anstatt zu telefonieren oder SMS-Kurznachrichten zu schreiben, habe auch Freenet zu spüren bekommen, sagte Vilanek. „Wir haben aber frühzeitig damit begonnen, den Kunden preiswertere Tarife anzubieten“, sagte er. Wenn man diesen Schritt zu spät gehe, können Umsätze mit mobilen Diensten vom einen auf das andere Quartal einbrechen.
Die Deutsche Telekom hatte zuletzt einen Rückgang ihres Umsatzes im Mobilfunkgeschäft von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bekannt gegeben und damit deutlich schlechter abgeschnitten als der Wettbewerb.
Vilanek zeigte sich skeptisch, bereits jetzt in eine aktive Vermarktung der neuen, schnellen LTE Netze einzusteigen. „LTE ist noch ein Flickenteppich, das merkt man, wenn man ein bisschen in Deutschland unterwegs ist. Was nützt es wenn man einen Download in LTE-Geschwindigkeit startet und kurz drauf runtergedrosselt wird, weil man ein Gebäude oder gar eine Tiefgarage betritt“, fragt der Freenet-Chef.
Freenet konnte sein Konzernergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 20 Prozent auf rund 173 Millionen Euro steigern. Auch für 2013 ist Vilanek optimistisch.
Steigende Gewinne sollen vor allem Vertragskunden bringen, die sich hochwertige Smartphones wünschen. Vilanek sagte, dass in Kürze auch das Ascend P2, das neue Top Handy des chinesischen Herstellers Huawei und das LG Optimus G im Angebot sein sollen. Beide Geräte wurden in der vergangenen Woche auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt und sind beispielsweise mit einer Kameraausgestattet, die eine Auflösung von 13 Megapixeln schafft. Zum Vergleich: Die Kamera im iPhone 5 von Apple kommt auf 8 Megapixel.
Nach den jüngsten Zahlen sind 5,8 der insgesamt 14 Millionen Freenet-Kunden Vertragskunden.


