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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Internetpiraten wollen Zuflucht in Nordkorea gefunden haben

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Unter falscher Flagge? Experten bezweifeln den Umzug von “The Pirate Bay” nach Nordkorea.

Wer die Internet-Tauschbörse „The Pirate Bay“ dieser Tage ansurft, erlebt eine Überraschung: Das Piratenschiff segelt jetzt unter nordkoreanischer Flagge. Am Montag teilte die norwegische Piratenpartei mit, dass die Website offline ist, da nach Drohungen der Copyright-Industrie die Internetverbindung gekappt worden sei. Die Partei hatte die Server für „The Pirate Bay“ bis dahin zur Verfügung gestellt.

Die Internettauschbörse ist eine Suchmaschine für Bittorrent-Dateien. Mit einem entsprechenden Programm können damit Dateien zwischen Nutzern ausgetauscht werden – viele davon sind urheberrechtlich geschützt. Pirate Bay verweist dabei nur auf die Bittorrent-Datei, nicht direkt auf den illegal kopierten Inhalt.

Das schützte die vier Betreiber des Dienstes nicht. In einem spektakulären Prozess folgte ein schwedisches Gericht 2009 der Auffassung nicht, dass ein solcher Verweis nicht illegal sei – die Betreiber wurden schuldig gesprochen. Der öffentliche Protest gegen das Urteil vor allem unter Jugendlichen führte maßgeblich zu den Erfolgen der Piratenpartei in Schweden.

Nur zehn Minuten nachdem die Internetverbindung der norwegischen Piraten gekappt wurde, gelang der Tauschbörse schon der Umzug, schreibt Rick Falkvinge, ehemals Chef der schwedischen Piratenpartei in seinem Blog.  „Nordkorea hat vielleicht die einzige Regierung auf diesem Planeten, die stolz darauf ist, Hollywood und den USA den Stinkefinger zu zeigen – und zwar möglichst öffentlich“, schreibt der Piraten-Aktivist.

“Ironische Situation”

Auch die Macher der Seite äußern sich in einem Statement: „Das ist eine wirklich ironische Situation. Wir kämpfen für eine freie Welt und unser Gegner sind vor allem große Konzerne aus den USA, einem Ort, dem nachgesagt wird, Freiheit und Meinungsfreiheit hochzuhalten.“

Nordkoreas Diktatur entspricht allerdings kaum dem Ideal einer freien Gesellschaft mit freiem Informationsaustausch. „Nur ein ausgewählter Kreis von Menschen verfügt über einen Internetzugang, zumeist über ein streng kontrolliertes Intranet“, schreibt Amnesty International in seinem aktuellen Jahresbericht über Nordkorea. Die Behörden gingen mit harter Hand gegen Nutzer chinesischer Mobiltelefone vor, Telefonverbindungen im Grenzort Sinuiju nahe der chinesischen Stadt Dandong sind blockiert.

Nur ein Scherz?

Es gibt allerdings Berichte, die den Umzug von The Pirate Bay nach Nordkorea als bloßen Fake enttarnt haben wollen. Eine sogenannte Traceroute-Abfrage, mit der sich eine Serververbindung bis zum Ursprung zurückverfolgen lässt, verweist zwar auf eine IP-Adresse in Nordkorea. Doch das könnte mit technischer Raffinesse auch ein elaborierter Scherz sein. “The Pirate Bay” reagierte nicht unmittelbar auf eine Bitte um Stellungnahme.

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Kommentare (1 aus 1)

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    • [...] März hatte die Tauschbörse in ihrem Blog scherzhaft mitgeteilt, auf Einladung der nordkoreanischen Regierung in das international isolierte Land umgezogen zu sein. Einen Monat später versuchte Pirate Bay, in Grönland vor Anker zu gehen. Der für die Website [...]

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