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Wie das Netz die Wirtschaft verändert

Warum Twitter einige Tweetdeck-Apps einstellt

 

Was Twitter am Montag bekanntgegeben hat, war unter Tech-Beobachtern keine große Überraschung. Man werde in den kommenden Wochen einige Versionen der beliebten Tweetdeck-Software einstellen – darunter die Adobe AIR-, iPhone- und Android-Clients. Es ist der Tod eines Produkts, den viele erwartet hatten. Schließlich hatte sich das soziale Netzwerk schon im vergangenen Jahr mit Updates für diese drei Versionen auffällig zurückgehalten.

„Um unseren Nutzern auch weiterhin die besten Produkte anbieten zu können, werden sich unsere Entwickler in Zukunft verstärkt auf die moderne und webbasierte Tweetdeck-Version konzentrieren“, schrieb das Unternehmen in einem Blog-Eintrag. Neben der Webvariante sollen auch die Apps für Chrome, den Mac und für Windows-Rechner weiterentwickelt werden.

Viele Nutzer der anderen drei Plattformen lassen im Netz ihrer Kritik freien Lauf – eine verständliche Reaktion. Immerhin wird auf den ersten Blick kaum klar, aus welchem Grund diese Entscheidung getroffen wurde. Wenn man jedoch zwischen den Zeilen liest, dann zeigt sich schnell, warum sich Twitter zu diesem Schritt entschied.

„In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass immer mehr Menschen Tweetdeck auf ihren Computern und Twitter auf ihren mobilen Geräten nutzen“, heißt es. Und das könnte zumindest teilweise bedeuten, dass die zusätzlichen Anstrengungen kaum gerechtfertigt waren, wenn man sie auf die wenigen Nutzer herunterbricht, die die Apps tatsächlich noch nutzen. Und nicht nur das. Twitter investiert eine Menge Zeit in die Weiterentwicklung der offiziellen Twitter-App für iOS und Android. Es ist ziemlich klar, welche Programme man auf den Smartphones und Tablets der Nutzer sehen will.

Aber warum setzt man dann auch der Desktop-basierten AIR-App ein Ende? Twitter äußert sich nicht zu einem Rückgang bei den Nutzerzahlen. Und eine echte Erklärung findet sich im Blog-Post auch nicht. Meine persönliche Meinung: Die Tweetdeck-Adobe-AIR-App war einfach schlecht. Ständig musste man Updates installieren, und selbst wenn alles auf dem neuesten Stand war, funktionierte das Programm nicht so, wie man es sich gewünscht hätte. Außerdem verbrauchte es eine Menge Arbeitsspeicher und von den Abstürzen der App will ich gar nicht erst reden.

Es könnte also sein, dass Twitter seinen Nutzern nur zu einem positiveren Erlebnis bei der Verwendung seiner Apps verhelfen wollte. Es könnte aber auch sein, dass am Ende das Werbeargument zog. Mit weniger Produkten lassen sich auch die Anzeigen besser kontrollieren.

Was auch immer der Fall war – ich persönlich bin ein wenig enttäuscht. Trotz der vielen Fehler (und glaubt mir, es gab eine Menge), habe ich die Tweetdeck-AIR-App mehrere Jahre ständig genutzt. Es war für mich die beste Möglichkeit, den ununterbrochenen Nachrichtenstrom in geordnete Bahnen zu lenken.

Nun bin ich jedenfalls neugierig, wie sich der Übergang zur Desktop-Variante gestalten wird.

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    Stephan DörnerStephan Dörner
    Jörgen CamrathJörgen Camrath